Niveau 1 · Lektion 6
Eine Harmonisierung erstellen
Von der Melodie zum Akkord — tonales Zentrum bestimmen, Nebentöne erkennen, harmonisches Gerüst aufbauen und Begleitung wählen.
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Pause Culture · Harmonisation
Claude Debussy (1862–1918)
Als die Jury des Pariser Konservatoriums ihm seine unkonventionellen Harmonisierungen vorwarf, antwortete Debussy: 'Meine einzige Regel ist mein eigenes Vergnügen.' Er weigerte sic…
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À retenir : Harmonisierungsregeln sind Leitfäden, aber das Ohr bleibt der letzte Richter.
Das tonale Zentrum bestimmen
Bevor man einen einzigen Akkord wählt, lautet die erste Frage: In welcher tonalen Landschaft bewegt sich die Melodie? Tonalität ist eine Anziehungskraft — die Melodie zeigt ihre Vorlieben, ihre Stützpunkte, ihre Ruhepole. Mehrere Hinweise helfen dabei, sie zu erkennen.
Eine absolute Gewissheit existiert oft nicht. Harmonisierung ist eine Interpretationskunst: Man schlägt die kohärenteste und für das Ohr natürlichste Lesart vor.
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♭#
Das Vorzeichen
↑½
Der Leitton
⏸
Stabile Punkte
||
Schlusskadenz
♯♮
Chromatische Veränderungen
Die 5 Schritte der Harmonisierung
1
Das tonale Zentrum bestimmen
Vorzeichen, Leitton, stabile Punkte, Schlusskadenz, chromatische Veränderungen.
2
Die harmonischen Töne erkennen
Die harmonische Struktur von Verzierungen trennen — Durchgangsnoten, Wechselnoten, Vorhalte usw.
3
Kandidatenakkorde vorschlagen
Die diatonischen Akkorde finden, die die harmonischen Töne enthalten. Die T–SD–D–T-Logik überprüfen.
4
Das Gerüst aufbauen
Die Progression in 3–4 Stimmen ausführen und dabei die Stimmführungsregeln beachten.
5
Die Begleitung ausschreiben
Den Stil wählen, der der Spannungskurve der Melodie entspricht.
Häufiger Fehler: jede Note mit einem anderen Akkord harmonisieren zu wollen. Ergebnis: ein chaotischer harmonischer Rhythmus. Die meisten Noten sind akkordfremde Töne — sie brauchen keinen eigenen Akkord.